Beim Notfunk in Deutschland gibt es zwei grundlegende Wege, um aktiv zu werden: den lizenzfreien Bürgernotfunk (für den absolut jeder ohne Vorkenntnisse einsteigen kann) und den professionelleren Amateur-Notfunk (der technisches Wissen und eine Lizenz erfordert).
Möglichkeit 1: Bürgernotfunk (Jedermann-Notfunk) — Ohne Lizenz
Dieses Konzept basiert auf der Idee, dass Bürger bei einem großflächigen Stromausfall (Blackout) über lizenzfreie Funkgeräte (Walkie-Talkies) Hilferufe an lokale Behörden-Anlaufstellen („Leuchttürme“ wie Feuerwehrhäuser) weiterleiten können.
- Ausrüstung: Sie benötigen lediglich ein handelsübliches PMR446- oder Freenet-Funkgerät (Kosten ca. 30–100 €).
- Der Ablauf im Ernstfall: Fällt der Strom und damit das Handynetz komplett aus, schalten Sie Ihr Gerät auf den informellen Notrufkanal (meist PMR Kanal 1 oder Kanal 3). Sie hängen ein offizielles Plakat gut sichtbar an Ihr Haus und werden so zur Anlaufstelle für Nachbarn, die selbst kein Funkgerät besitzen.
- Wie Sie mitmachen:
- Offizielle Registrierung: Viele Landkreise und Kommunen bauen eigene Register auf. Sie können sich dort auf einer Karte als aktive Bürgernotfunkstelle eintragen lassen. Erkundigen Sie sich direkt auf der Website Ihres Landkreises nach dem Stichwort „Bürgernotfunk“.
- Initiativen: Vernetzen Sie sich über die bundesweite Plattform. Dort gibt es Foren und Listen lokaler Gruppen zum Erfahrungsaustausch.
- Möglichkeit 2: Spezialisierter Notfunk — Mit Ausbildung oder Lizenz
Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten, um größere Distanzen zu überbrücken und koordinierter mit Katastrophenschützern zusammenzuarbeiten, stehen Ihnen Vereine und der Amateurfunk offen.
- Amateurfunk über den DARC e.V.: Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) stellt das größte Rückgrat des klassischen Notfunks über Kurzwelle und UKW.
- Wie mitmachen: Für den aktiven Sendebetrieb auf Amateurfunkbändern ist eine Lizenz der Bundesnetzagentur erforderlich. Seit 2024 gibt es mit der Klasse N eine sehr leicht zugängliche Einsteigerlizenz. Suchen Sie Anschluss bei einer lokalen Notfunkgruppe in Ihrem DARC-Ortsverband.
Die ersten Schritte für Sie:
- Gerät anschaffen: Besorgen Sie sich ein PMR446- oder Freenet-Handfunkgerät.
- Plakat bereitlegen: Laden Sie sich das Plakat „Anlaufstelle Bürgernotfunk“ herunter und drucken Sie es aus.
- Lokal prüfen: Suchen Sie auf der Website Ihres eigenen Landkreises oder Ihrer Stadt nach bestehenden „Bürgernotfunk“-Initiativen, um sich registrieren zu lassen.